1999 Berichte der Zeitung aus dem Jahr 2000 2001
 
      Kracher in der Gellingshalle
Am zehnten Spieltag der Handball-Landesliga Nord kommt es am Sonntag (17 Uhr ) in der Fuldaer Heinrich-Gellings-Halle zum Duell der heimischen Aushängeschilder in dieser Klasse, dem Tabellenfünften FT Fulda und dem zwei Ränge dahinter beheimateten SSV Großenlüder.
Mit FT Fulda und Großenlüder treffen am Sonntag die beiden Landesligamannschaften des Fuldaer Raums aufeinander, die sich bislang am besten in dieser Klasse eingelebt haben. Beide stehen im gesicherten Mittelfeld des Tableaus und können sich mit einem Sieg dort etablieren. Eine besondere Brisanz erfährt die Partie durch Fuldas Trainer Jürgen Kemmerzell, der Großenlüder als Vorgänger vom jetzigen Trainer Christoph Dimmerling coachte, und besonders gegen seine ehemaligen Schützlinge einem Heimsieg entgegenfiebert. Allerdings ist es personell nicht so gut um die Turnerschaft bestellt. Mit Chrsitian Fritz (Fußverletzung), Volker Wingenfeld (Schulterprobleme) und Gabriel Grigoras, der beim letzten Spiel in Eitra verletzt das Feld verlassen musste, stehen gleich drei Fragezeichen in Kemmerzells Kader. Doch auch den SSV plagen Verletzungssorgen. Mit Michael Felske und Steffen Dimmerling ist auch hier der Einsatz zweier immens wichtiger Spieler unsicher. Schlüssel zum Erfolg dürfte die Tagesform der Rückraumspieler sein. Sowohl FT mit Jürgen Kapitz, Gabriel Grigoras, Jörn Hampe und Daniel Flamme, als auch Großenlüder mit Thomas Möller, Steffen Dimmerling und Thorsten Frank verfügen über sehr starke Rückraumspieler, auf deren Schultern das Angriffsspiel lastet. Auf den Außenpositionen dürfte FT mit Syla, Braun und Burmann stärker besetzt sein als der Gast. Ein weiterer Fuldaer Vorteil liegt darin, dass die Domstädter über die besseren Alternativen verfügen dürften, während man bei Großenlüder gerade im Rückraum auf die drei Stammspieler angewiesen ist und einen Ausfall eines dieser Akteure kaum durch einen Bankspieler kompensieren kann. Dies zeigte die Partie gegen Oberweser, als man nach der Verletzung Steffen Dimmerlings im Angriff das Konzept verlor und eine klare Führung noch verspielte. (FZ vom 30.11.2000)
 
FT Fulda – VFL Wanfried 29:18 (13:7) FT erteilt dem Gast eine Lehrstunde

Mit einem auch in der Höhe völlig verdienten 29:18 (13:7)-Kantersieg schickte FT Fulda den Gast vom VFL Wanfried in der Partie der Landesliga-Nord nach Hause. Der Tabellenzweite aus dem Kreis Eschwege war völlig desolat und chancenlos. Die Gastgeber hingegen überzeugten auf der ganzen Linie und verdrängten durch diesen Erfolg Großenlüder vom fünften Tabellenplatz.
Weder Trainer Jürgen Kemmerzell noch die Zuschauer hatten so ein Spiel geschweige denn dieses Ergebnis erwartet. Nicht der Tabellenzweite aus Wanfried, sondern die Fuldaer Hausherren zeigten, wo es lang ging. Von der ersten Sekunden an hochmotiviert und hervorragend eingestellt hatte FT die Partie im Griff. Eine kompakte und bewegliche Abwehr mit einem starken Gabriel Grigoras, der als Vorgezogener dem Wanfrieder Hauptschützen Uwe Barten überhaupt keine Spielanteile erlaubte, sowie ein wiederum bärenstarker Keeper Volker Wingenfeld waren für die Gäste ein kaum überwindbares Hindernis. Lediglich dank dreier Tempogegenstöße konnte der VFL in der Anfangsviertelstunde (6:6) mithalten, danach aber kam der FT-Express immer besser ins Rollen und sicherte sich schon zur Pause eine beruhigendes 6-Tore Polster. Vor allem die heimischen Rückraumakteure Gabriel Grigoras, Jürgen Kapitz und Daniel Flamme überzeugten nicht nur mit Treffern, sondern gestalteten auch das Spiel der Hausherren schnell und druckvoll.
Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Gäste überhaupt kein Rezept gegen Fuldas Abwehr. Schwache Würfe, kaum Bewegung, viele technische Fehler, der Rückraum ohne Durchsetzungsvermögen. Der Tabellenzweite blieb so ziemlich alles schuldig und hatte auch in der Defensive wenig Lichtblicke. Die intensive Beobachtung des Gegners durch Trainer Kemmerzell machte sich bezahlt. So wirkte der hochgelobte Torhüter Koch desöfteren wie ein Statist und wurde nicht nur vom Fuldaer Rückraum sondern auch den Außen Braun, Syla und Burmann immer wieder verladen.
FT Fulda: Wingenfeld, Krause; Okrusch, Grigoras (6/1), Fritz, Syla (3/1), Burmann (2), Hampe (1), Flamme (6), Kapitz (8), Braun (3).
VFL Wanfried: Koch, Bachmann; Winter (5), Schäfer (2), Barten (2/1), Müller (4), Neumann, Schwarzer, Goschin (2), Stelzner (3), Wehr, Eisenhut.
Schiedsrichter: Schmitt / Ruppert (HSG Twistetal).
Zuschauer: 100.
Beste Spieler: geschl. Mannschaftsleistung – . Bes. Vorkomnis:
Rote Karte: Wehr (Wanfried, 23. Minute) nach groben Foulspiel. (FZ vom 19.11.2000)

 
SG Petersberg – FT Fulda 23:23 (13:13) Kampfbetontes Derby
Aus dem Lokalderby der Handball-Landesliga Nord zwischen Petersberg und FT Fulda nahmen beide Teams einen Punkt mit. Nach einem schnellen, kampfbetonten Spiel trennte man sich leistungsgerecht mit 23:23 (13:13).
Das mit Spannung erwartete Lokalderby bot alles, was man von ihm erwartet hatte: Kampf, Emotionen, Tempo und Spannung bis zum Schlusspfiff. Mit dem Ergebnis konnten beide Parteien im Endeffekt zufrieden sein.
Auf Seiten der Fuldaer waren besonders zwei Akteure Garant für den Teilerfolg. Zum einen hatte Volker Wingenfeld im Fuldaer Gehäuse einen glänzenden Tag und brachte die Petersberger Schützen aus allen Lagen immer wieder an den Rande der Verzweiflung. Zum anderen erwies sich die taktische Marschroute von Trainer Jürgen Kemmerzell, den Petersberger Mittelmann Marco Kemmerzell der Sonderbewachung durch Thomas Okrusch zu unterstellen, als erfolgreich. Okrusch erfüllte seine Aufgabe mit Bravour und störte nicht nur die Laufwege des Youngsters sondern auch den Spielaufbau der SGP. Außerdem überzeugte er als fünffacher Torschütze.
Auf Seiten der Gastgeber hatte Kreisläufer Dominik Jäger den größten Anteil am Punktgewinn. Der 20-Jährige kämpfte bis zum Umfallen, organisierte seine Abwehr und stellte auf der Abwehrmitte ein schier unüberwindliches Hindernis da. Im Angriff arbeitete Jäger nicht nur hervorragend am Kreis, sondern tauchte auf Grund der Manndeckung gegen Marco Kemmerzell auch auf der Mitte auf und meisterte diesen Part ebenfalls glänzend.
Zum Spiel: Petersberg hatte den besseren Start und konnte sich bis zur 15. Minute auf 7:4 absetzen. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff nutzte FT einen Bruch im Petersberger Spiel aus, um durch drei Treffer von Thomas Okrusch sowie das einzige Tor von Gabriel Grigoras beim 11:10 erstmals in Führung zu gehen.
Nach der Pause kam FT Fulda zunächst besser aus den Startlöchern und erarbeitete sich eine 16:14-Führung. Nachdem Petersberg zunächst wieder ausgleichen konnte, schien sich der psychologische Vorteil auf Seiten der Turnerschaft zu befinden, denn die SGP konnte zahlreiche Überzahlsituationen nicht in Zählbares ummünzen, während FT selbst in zweifacher Unterzahl zu Treffern kam. Folgerichtig behaupteten die Gäste bis kurz vor dem Ende eine 22:20-Führung, ehe ein Treffer von Rechtsaußen Dirk Kemmerzell sowie ein Hammer aus dem Rückraum von Stephan Heerd die SGP wieder hoffen ließen. Als Dominik Jäger per Siebenmeter sogar die 23:22-Führung besorgte, schien das heimlich Erhoffte in greifbare Nähe zu rücken, doch Daniel Flamme zerstörte mit seinem Tor zum Remis die Träume vom Heimsieg.
SG Petersberg: Ebert, Medler; D. Kemmerzell (6), Bellinger, Fleiter, Rumpf (2), Heerd (2), Weil (3), Heyl (2), M. Kemmerzell (3), Jäger (5/2), A. Sujer.
FT Fulda: Wingenfeld, Krause; Kapitz (5), Burmann (1), Braun (2), Fritz (2/2), Okrusch (5), Flamme (4), Hampe (1), Syla (3), Grigoras.
Schiedsrichter: Volk/Schmidt (Rotenburg).
Zuschauer: 300.
Beste Spieler: Jäger – Wingenfeld, Okrusch.
Rote Karte: Gabriel Grigoras (FT Fulda, 60. Minute nach der dritten Zeitstrafe). (FZ vom 05.11.2000)
 
      Für die Trainer ein „ganz normales Punktspiel“
Für den Titelkampf in der Handball-Landesliga wird diese Partie zwar nicht von Bedeutung sein, für die heimischen Handballfans ist es jedoch das Spiel überhaupt. Das Derby zwischen der SG Petersberg und FT Fulda verspricht Hochspannung, Emotionen und Brisanz, gerade nach den packenden Duellen in der abgelaufenen Bezirksligasaison.
Petersberg gegen FT – ein ganz besonderes Lokalderby für die heimische Handballszene, obgleich FT Fulda nicht in der Spitzengruppe der Landesliga Nord zu finden ist und die Petersberger Mannschaft sich derzeit gar im unteren Tabellendrittel aufhält.
Gern erinnert man sich an die beiden packenden Duelle um den Meistertitel der Bezirksliga, die die SGP letztendlich beide gewinnen konnte und sich damit den Bezirksmeistertitel sicherte. Im Ruhme dieser Meriten kann sich Petersberg vor dieser Partie allerdings nicht mehr sonnen. Diesmal geht es nicht um Rang eins oder zwei, sondern um zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Die Ereignisse der letzten Jahre und die Tatsache, dass auf der gegnerischen Trainerbank jeweils der eigene Bruder sitzt, lässt die beiden Mannschaftsverantwortlichen Rainer und Jürgen Kemmerzell völlig unbeeindruckt.
Für Jürgen auf Fuldas Seite ist es ein „ganz normales Auswärtsspiel, in dem wir wie in jeder Partie versuchen werden, zu gewinnen.“ Allerdings ist sich der FT-Coach der Schwierigkeit dieser Aufgabe bewusst: „Petersberg hat erst zwei Punkte und steht mit dem Rücken zur Wand. Die Petersberger werden kämpfen bis zum Umfallen und gerade in eigener Halle noch eine Schippe drauflegen. Im letzten Jahr haben wir gegen Petersberg zwei Mal verloren. Die bessere Tagesform wird den Ausschlag geben, es ist schwer, einen Favoriten auszumachen.“
Personell kann Jürgen Kemmerzell aus dem Vollen schöpfen, lediglich hinter dem Einsatz von Sadri Syla steht ein Fragezeichen.
Schlechter ist es in personeller Hinsicht um die SG Petersberg bestellt. Mit Bastian Rützel und Frank Scherdin muss Trainer Rainer Kemmerzell zwei Ausfälle definitiv kompensieren. Torhüter Marcus Hering muss eine Sperre absitzen und darf nicht spielen. Für ihn wird Michael Medler, zur Zeit in der zweiten Mannschaft der SGP aktiv, sein Comeback in der „Ersten“ geben. Ein Fragezeichen steht hinter den Einsätzen von Stephan Heerd (Handverletzung), Dominik Jäger (Rückenprobleme) und Michael Weil (Studium).
Trotz dieses Personalmangels will Kemmerzell punkten: „FT ist auf Grund der ersten Spiele im psychologischen Vorteil. Wir mussten zuerst gegen alle Oberligaabsteiger ran und haben nicht so viel Selbstvertrauen. Trotzdem wollen wir gerade zu Hause, unabhängig von den Spielern, die letztendlich auflaufen, natürlich gewinnen. Nun kommen die Gegner, gegen die wir unsere Punkte gegen den Abstieg sammeln können. Dazu müssen wir uns allerdings steigern und wieder zu alter Stärke finden.“
Einen Vorteil dürften die Petersberger allerdings haben: Von den zahlreichen Zuschauern, die erwartet werden, werden neben einigen FT-Fans und neutralen Handballinterssierten doch wohl die meisten auf Seiten der SGP stehen. (FZ vom 02.11.2000)

 

      Richtungweisende Derbys
Bereits am zweiten Spieltag der Landesliga Nord kommt es zu zwei hochinteressanten Derbys. FT Fulda bekommt es nach dem Punktgewinn gegen Oberweser mit der SG Schlüchtern zu tun.
Nicht minder brisant dürfte es in Schlüchtern zugehen, wenn am Sonntag FT Fulda zu Gast ist. Mit Cosmin Popa und Volker Wingenfeld stehen sich dort wohl zwei der besten Torhüter des Bezirks gegenüber, im Rückraum dürfte FT allerdings mit Kapitz, Grigoras, Fritz und Flamme die größeren Kapazitäten besitzen. Schlüchtern muss nach der Niederlage in Wanfried vor heimischem Publikum besonders den Druck im Angriffsspiel erhöhen und seine Chancen konsequenter verwerten, um eine Chance zu haben. Fulda wird aus dem aufgrund eigener Undiszipliniertheiten verschenkten Sieg gegen Oberweser gelernt haben und diese Mängel beheben. Sollte dies gelingen, fahren die Spieler der Turnerschaft als Favorit an die Kinzig.
Bezirksoberliga
Meisterschaftsmitfavorit Steinau geht mit dem Anspruch eines Sieges in die Partie gegen FT Fulda II, auch wenn die Turnerschaft ihr erstes Spiel gegen Schlüchtern gewinnen konnte. (FZ vom 21.09.2000)
 
Klassenerhalt ist die Vorgabe   Heimische Landesligisten eher mit bescheidenen Zielsetzungen
Die neue Handballsaison wird heute und morgen hessenweit in allen Klassen angepfiffen. Eine besondere Herausforderung wird diese Spielzeit für die heimischen Mannschaften, die in der Landesliga Nord antreten und sich dort mit starken Teams aus dem Bezirk Kassel messen müssen. Dementsprechend bescheiden gestalten sich die Saisonziele der Trainer.
Das kommende Jahr wird für einige heimische Handballer gravierende Veränderungen mitbringen, besonders für die vier heimischen Landesligisten. Ging es letztes Jahr in den direkten Aufeinandertreffen von Petersberg, FT Fulda und Schlüchtern um Titel und Aufstieg, werden diese Derbys in diesem Jahr wohl eher im unteren Teil der Tabelle ausgetragen werden. Dennoch kann man sich auf die bevorstehenden Derbys sicherlich besonders freuen, zumal mit Oberligaabsteiger Großenlüder noch ein weiterer heimischer Vertreter in dieser Klasse aktiv ist.
Für FT Fulda steht der Klassenerhalt an oberster Stelle. Obgleich man sich im Rückraum mit dem Rumänen Gabriel Grigoras (von TuS Ehingen) und Christian Fritz (von Hainzell) verstärkt hat, glaubt man nicht an eine obere Platzierung. Verlassen haben das Team Volker Krause, der in Zukunft in der zweiten Mannschaft das Tor hüten wird, sowie Michael Dittrich, der künftig beim TV Steinau spielen wird. Trainer Jürgen Kemmerzell rechnet wie seine Kollegen mit einer Dominanz der Kasseler Vereine und hält Ihringshausen und Wanfried für die beiden Top-Favoriten auf den Titel. (FZ vom 15.09.2000)
 
Kreis plant für den neuen Bezirk Fulda     Rücktritt des Vorsitzenden Georg Faubel
Die Vereinsvertreter konnten während des letzten Kreishandballtages Fulda-Vogelsberg in der Gaststätte des TV Alsfeld auch Angelegenheiten des Bezirks Fulda abhandeln, der ab Juli an die Stelle des Kreises treten wird.
Keine Rolle spielte der Rücktritt des Kreisvorsitzenden Georg Faubel (Alsfeld). Der stellvertretende Kreisvorsitzende Peter Trambacz (Flieden) würdigte der Angelegenheit lediglich einen Satz: „Der Rücktritt kam für mich überraschend.“ Am Rande der Tagung wurde bekannt, dass sich Faubel bei Entscheidungen von Schiedsrichterwart Alfred Mann (Hainzell) und Jugendwart Axel Sondermann (Eichenzell) übergangen gefühlt haben soll. Bereits vor einigen Monaten hatte Faubel, der bei der konstituierenden Sitzung des neuen Bezirks Fulda als Bezirksvorsitzender vorgesehen war, wenige Tage vor der Sitzung einen Rückzieher gemacht. Mit Herbert Fischer (Schlitz) hatte auch der Schiedsrichter-Lehrwart sein Amt niedergelegt. Fischer wurde von Peter Trambacz für seine Verdienste um das Schiedsrichterwesen und als Schiedsrichter mit der Aktivennadel in Silber ausgezeichnet. Die gleiche Ehrung wurde Christel Hauser (Alsfeld) zuteil.
„Silber“ für Franz-Karl Heil
Die aus dem Spielausschuss ausscheidenden Annemarie Schäfer (Maar) und Erwin Norwig (Romrod) erhielten für ihre Tätigkeit als langjährige Klassenleiterin beziehungsweise Schulsportreferent die bronzene Ehrennadel. Diese Auszeichnung in Silber erhielt der Fliedener Franz-Karl Heil, der seit 1987 für die Kassenführung des Kreises Fulda und später des Kreises Fulda-Vogelsberg verantwortlich zeichnete.
Etwas Wehmut klang in der Stimme von Peter Trambacz mit, als er den letzten Kreistag eröffnete. Trambacz: „Als vor zwei Jahren mit der Fusion der Kreise Fulda und Vogelsberg der Kreis Fulda-Vogelsberg aus der Taufe gehoben wurde, habe ich die Antrittsrede gehalten. Jetzt darf ich überraschend auch die letzte Rede halten. Der Kreis wird ab Juli zum Bezirk. Positiv ist dabei, dass die Vereine zusammenbleiben. Mit 117 Mannschaften stehen wir gar nicht so schlecht.“ Trambacz ehrte dann die Kreis- und Bezirksmeister der verschiedenen Alters- und Spielklassen.
Fünf Punkte Vorsprung

Männerwart Horst Schäfer (Maar) würdigte den TV Steinau II, der mit fünf Zählern Vorsprung den Titel in der Kreisklasse A vor der SG Schlüchtern II geholt habe. 20 Prozent der Begegnungen seien verlegt worden, woran „diesmal nicht Borussia Fulda schuld war. Die anderen können das also auch.“ Drei Partien wurden nicht mehr ausgetragen. In der Kreisklasse B habe es mit der HG Lauterbach II einen Überraschungsmeister gegeben Der Grund: Schlitz III setzte „festgespielte“ Spieler ein und bekam sechs Punkte aberkannt. Das zweitplatzierte Petersberg II war gegen Schlitz nicht angetreten und erhielt ebenfalls einen Punktabzug, so dass für Lauterbach der Weg frei war.
Positive Entwicklung
Frauenwartin Eva Mann (Hainzell) berichtete von einer positiven Entwicklung im Frauenhandball. Erstmals seien 13 Teams gestartet, so dass die Kreisklasse in zwei Gruppen gespielt wurde. Mann: „Das ist eine gute Basis für den neuen Bezirk.“ Von den Jugendklassen weiblich berichtete Klassenleiterin Annemarie Schäfer, während Peter Trambacz auf den Saisonverlauf der männlichen Jugend einging. Trambacz: „Hünfeld hatte überragende Mannschaften. Dort wird gute Arbeit geleistet.“
Hoher Kassenbestand
Zufrieden zeigten sich die Vereinsvertreter mit dem Bericht von Kassenwart Franz-Karl Heil, wenngleich ihm keine Entlastung erteilt werden konnte, da das noch laufende zweite Quartal 2000 naturgemäß noch nicht geprüft wurde. In der Kasse des Kreises befinden sich noch etwa 9000 Mark. Was soll mit dem Geld geschehen? Peter Trambacz dazu: „Das Geld geht zum 30. Juni an den neuen Bezirk Fulda über. Damit bleibt alles in einer Hand und wir verlieren nix.“ Da der neue Bezirk für seine Jugendlehrgänge die benötigten Hallen im Landkreis Fulda bezahlen muss, während gleichzeitig Zuschüsse des Verbandes gestrichen werden, kann der Bestand hierfür als Polster dienen. Dennoch werden Vereine und Eltern mit höheren Kosten rechnen müssen, da für die vier betroffenen Jahrgänge alle 14 Tagen eine Trainingseinheit angeboten werden soll.
Zwei Bezirksligen
Für die Saison 2000/2001 sind laut Trambacz die Vor-Terminpläne bereits an die Vereine gegangen, die nun ihre Änderungswünsche vorbringen müssen. Bei den Frauen werde die Bezirksoberliga aus acht Teams und die Bezirksliga aus sechs Mannschaften bestehen. Bei den Männern sei unter der Bezirksoberliga (zwölf Mannschaften) eine regional geteilte Bezirksliga vorgesehen. Trambacz: „Nächstes Jahr wird es dann eine Bezirksliga A und eine Bezirksliga B geben, die wir nach der Platzierung der nächsten Saison einteilen wollen.“ Im Jugendbereich, insbesondere bei der A-Jugend, sehe es bitter aus, da nur wenige Teams gemeldet wurden.
Langsamer Postweg
Schiedsrichterwart Alfred Mann berichtete von Problemen bei der Zustellung von Einladungen zu einem Schiedsrichter-Neulingslehrgang. Alfred Mann: „Bei manchen Vereinen brachte die Post so lange, dass sie nicht mehr rechtzeitig melden konnten.“ Er will nun beim Verband durchsetzen, dass die betroffenen Clubs nicht wegen fehlender Schiedsrichter bestraft werden. Andernfalls droht etwa dem TV Steinau die Streichung einer Mannschaft. Breiten Raum nahm auch die Diskussion über die Stellung und Schulung von Sekretären und Zeitnehmern ein. (FZ vom 18.06.2000)

 

Handball: Klasseneinteilung beendet     Landesliga höchste Klasse für Teams des Bezirks Fulda
Harte Arbeit liegt hinter dem Handball-Bezirksvorsitzenden Peter Trambacz (TV Flieden) und seinem inzwischen kompletten Team. Denn im Hinblick auf die am 1. Juli in Kraft tretende Verwaltungs- und Strukturreform des Hessischen Handball-Verbandes (HHV) gibt es einige Veränderungen: Über die Klassenzugehörigkeit sind die Entscheidungen gefallen.
Mit dem Bezirksligameister Petersberg, FT Fulda, Schlüchtern und Oberligaabsteiger Großenlüder sind vier Männerteams in der neuen dreigeteilten Landesliga vertreten. Bei den Frauen schafften Flieden, Hünfeld, Neuhof, Alsfeld und Grebenhain den Sprung in die zwölf Mannschaften starke „Zwischenklasse“, die unter der Oberliga angesiedelt ist und für Bezirksteams die höchste Spielklasse darstellt.
Mit der Mannschaftsstärke – 117 Teams gehen ins Rennen – kann Trambacz zufrieden sein. Denn auf Bezirksebene findet die Runde erstmals ohne die Vereine des Kreises Hersfeld/Rotenburg statt – der Kreis hat sich im Zuge der Strukturreform dem jetzigen Bezirk Melsungen/Hersfeld angeschlossen –, und trotz der Abspaltung ist die Mannschaftszahl mit 105 Teams auf Bezirksebene konstant geblieben. Damit scheint zumindest im Bezirk Fulda der landesweite Negativtrend bei den Meldungen rückläufig zu sein.
Mit elf Mannschaften stellt in dieser Saison der TV Alsfeld kombiniert mit der JSG Alsfeld/Romrod das größte Teilnehmerfeld und verdrängte damit den Hünfelder SV und den TV Neuhof, die im Vorjahr mit 13 Teams führten.
Mit der HSG Schwalmtal geht zu Beginn des neuen Spieljahres eine weitere Spielgemeinschaft an den Start. Dem allgemeinen, durch die rückläufigen Spielzahlen bedingten Trend folgend, schlossen sich der TV Storndorf und der TV Brauerschwend zusammen.
Bei den Männern wird in der ersten Saison nach der Reform in der Bezirksliga (jetzt unterste Spielklasse) in zwei Achtergruppen gespielt, die dann die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksoberliga unter sich ausmachen. „Wir haben die Gruppen nach geographischen Gesichtspunkten zusammengestellt. Das soll dann in der nächsten Runde geändert werden, da wird es ein eine A- und B-Liga geben“, verdeutlichte Trambacz.
Am 9./10. September starten die Frauen und Männer mit dem ersten Pokalspieltag in die neue Spielzeit. Eine Woche später fällt der Startschuss für die Punktrunde in nahezu allen Klassen. Am 31. März/1. April sollen dann die Meister, Auf- und Absteiger feststehen. (FZ vom 09.06.2000)
 
Hüttenmüller: „Kein Harakiri“     Klassenerhalt als Ziel

Mit neuer Abteilungsführung – Hermann-Josef Trabert übernahm den Posten des Abteilungsleiters wieder von Thomas Troßbach, und Hubert Hüttenmüller ist sein Stellvertreter – sowie den Neuzugängen Christian Fritz (Hainzell) und Gabriel Grigoras (Ehingen) will FT Fulda in der Landesliga Nord „mit dem Abstieg nichts zu tun haben“.
Ansonsten baut die Turnerschaft, die weiter von Jürgen Kemmerzell trainiert wird, auf den Kader der letzten Saison, mit dem sie in der Bezirksliga Vizemeister wurde. „Mit zwölf Spielern ist der Kader recht dünn“, und so hofft Trabert, dass die Truppe die Runde ohne größere Verletzungen übersteht. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Rückraumakteur Jörn Hampe, der an den Folgen seiner langwierigen Schulterverletzung laboriert und eventuell ein Berufspraktikum in den USA absolvieren möchte. So sah sich FT gezwungen, den Rückraum zu verstärken. Akzente soll dabei der 27-jährige Rumäne Grigoras setzen, der letzte Runde noch für den Landesligisten Ehingen auf Punktejagd ging.
Die Klasse ist für Hermann-Josef Trabert, im Amt des Abteilungsleiters Vorgänger und Nachfolger des amtsmüden Troßbach, nur schwer auszurechnen, deshalb ist der Optiker mit Prognosen vorsichtig. Der 41-jährige Förderkeisvorsitzende bezeichnet sein neuerliches Engagement als Abteilungsleiter als „Notlösung“. „Den Posten übernehme ich nicht auf Dauer, sondern nur so lange, bis ich einen Nachfolger aufgebaut habe.“ Ein möglicher Kandidat könnte Hubert Hüttenmüller sein, der neue Stellvertreter. In Handballkreisen ist der 49-Jährige, der letzten Oktober nach Fulda zurückgekehrt ist, kein Unbekannter. Als Frauenhandballtrainer begann Hüttenmüller bei FT Fulda, die damals in der Regionalliga spielte, seine Laufbahn und wechselte später zu Borussia Fulda. Die Bundesligisten Malsch und GW Frankfurt waren weitere Stationen seiner Trainerkarriere. Bei Eintracht Frankfurt fungierte der selbstständige Journalist, der ein Pressebüro unterhält, als Handballabteilungsleiter und Vertreter aller Amateurabteilungen des Großvereins. Für die Frauen-Nationalmannschaft organisierte er – damals in Diensten des Hauptsponsors der Nationalmannschaft – Turniere, Freundschaftsspiele und war für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Nach seinem Engagement bei Hessen Hersfeld setzte sich Hubert Hüttenmüller vor drei Jahren zur Ruhe, ehe er vor einigen Monaten mit Hermann-Josef Trabert ins Gespräch kam, und der ihn für eine Mitarbeit bei FT Fulda gewinnen konnte. „Wir wollen FT Fulda auf gesunde Füße stellen, langfristig die Landesliga halten und liebäugeln in einigen Jahren mit dem Aufstieg in die Oberliga. Für Harakiri bin ich nicht mehr zu haben, ich habe in den vergangenen Jahren viel Lehrgeld gezahlt. Der Verein muss gesund und seriös sein, die anderen Mannschaften dürfen nicht vergessen werden, und wir müssen versuchen, Jugendmannschaften aufzubauen“, nennt Hüttenmüller seine Ziele. Unterstützt wird er dabei von Ehefrau Petra, die selbst einmal bei Eintracht Frankfurt in der Regionalliga gespielt hat, und nun die weibliche B-Jugend des Vereins trainiert. (FZ vom 09.06.2000)

 
Das Interview     Jürgen Kapitz: Tagesform entscheidet

Zu Saisonbeginn wechselte Jürgen Kapitz vom Handball-Bezirksligisten Petersberg zum Ligakonkurrenten FT Fulda. Heute Abend trifft der 27-Jährige in der Gellingshalle auf seinen alten Verein. Für beide Teams geht es um die Vorentscheidung zur Meisterschaft in der Handball-Bezirksliga.
FZ: Nach drei Jahren bei der SG Petersberg wechselten Sie zu FT Fulda. Wie haben Sie sich bei Ihrem neuen Verein eingelebt?
Kapitz: Eigentlich ganz gut. Allerdings war die Atmosphäre in Petersberg wesentlich familiärer. Außerdem hatte ich dort aufgrund meiner Tätigkeit als Jugendtrainer einen guten Draht zu vielen Vereinsmitgliedern.
FZ: Wie sind Sie mit dem bisherigen sportlichen Abschneiden Ihrer Mannschaft zufrieden?
Kapitz: Es hätte sicherlich noch besser laufen können. Leider haben wir erst zu Rückrundenbeginn mit Jürgen Kemmerzell einen Trainer bekommen, der gut zu unserer Mannschaft passt und mit dem wir besser arbeiten können.
FZ: Heute erwarten Sie mit Ihrem alten Verein Petersberg den punktgleichen Verfolger von FT Fulda zum Spitzenspiel, es geht um die Meisterschaft. Wer ist Ihrer Meinung nach der Favorit?
Kapitz: Ich denke, die Tagesform wird entscheiden. Es ist schwer, eine Favoritenrolle zu vergeben.
FZ: Wo sehen Sie die Stärken Ihres Teams?
Kapitz: Wir haben eigentlich keine herausragenden Stärken, wir sind unberechenbar. Die Petersberger sind zwar meiner Meinung nach die homogenere Mannschaft, doch sie haben auch viele Youngsters in ihren Reihen, die noch nicht viel Erfahrung gesammelt haben und körperlich nicht ganz so stark sind wie ein Großteil unserer Mannschaft. Hier könnte vielleicht ein kleiner Vorteil für uns liegen.
FZ: Wo sehen Sie die Schlüsselpositionen im Gipfeltreffen?
Kapitz: Ich gehe davon aus, dass Stephan Heerd auf Petersberger Seite und ich, sobald wir das Spielfeld betreten, eine Manndeckung bekommen werden. Dann wird es darauf ankommen, was die anderen fünf auf dem Parkett machen.
FZ: Sind Sie gegen Ihre alten Teamkameraden besonders motiviert?
Kapitz: Ich befinde mich ein bisschen in der Zwickmühle. Immer, wenn ich in Petersberg zugeschaut habe, habe ich mit der SGP gefiebert. Wenn wir gewinnen, freue ich mich natürlich für uns, sehe aber auch mit einem weinenden Auge nach Petersberg. Gewinnt Petersberg, freue ich mich mit ihnen, bin aber natürlich traurig, dass wir verloren haben. Wichtig ist, dass es ein spannendes Spiel wird und wir Werbung für den Fuldaer Handballsport machen, denn ich rechne heute Abend mit vielen Zuschauern.
FZ: Wo sehen Sie Ihre Zukunft – bei FT Fulda?
Kapitz: Ziemlich sicher ist, dass ich den Zeitaufwand nicht aufbringen werde, höherklassig als Landesliga zu spielen. Ich wünsche mir einen Verein, in dem eine gute Jugendarbeit existiert, denn ich würde gern wieder mit einer talentierten Jugendmannschaft arbeiten. (FZ vom 24.03.2000)

 
Showdown bei FT Fulda     Vorentscheidung fällt

Bühne frei zum Spitzenspiel: In der Handball-Bezirksliga fällt am morgigen Samstag die Vorentscheidung um die Meisterschaft, wenn Tabellenführer FT Fulda auf den punktgleichen Verfolger aus Petersberg trifft.
Der vorletzte Spieltag der Saison wird wohl Klarheit in der Titelfrage bringen. Zur Zeit stehen FT Fulda und Petersberg punktgleich an der Spitze, beide gewannen ihre letzten Partien gegen Obersuhl bzw. Alsfeld. Im Hinspiel triumphierte Petersberg mit 29:22, die Fuldaer werden also auf Revanche aus sein. Sollte die SGP gewinnen, stünde man aufgrund des direkten Vergleiches bereits vor dem Spiel gegen Hainzell als Meister fest. Die Zuschauer können sich auf ein spannendes Spitzenspiel mit vielen Emotionen freuen, denn neben dem Derbycharakter erlangt die Begegnung durch die personalen Voraussetzungen zusätzliche Brisanz: Auf der Trainerbank sitzen sich die Brüder Jürgen (FT Fulda) und Rainer (Petersberg) Kemmerzell gegenüber. Des weiteren trifft FT’s Rückraumspieler Jürgen Kapitz auf seinen alten Verein. (FZ vom 23.03.2000)

 

TG Rotenburg – FT Fulda

34:24 (18:13) Hochspannung im Titelkampf

FT Fulda kommt in Rotenburg unter die Räder
Aufgrund einer deutlichen 24:34-Niederlage von Tabellenführer FT Fulda in Rotenburg ist der Kampf um die Meisterschaft der Handball-Bezirksliga spannender denn je.
Viele Spieler der Gäste schienen die Partie schon vor dem Anpfiff gewonnen zu haben. Die Abwehr war schlecht organisiert und agierte nicht aggressiv genug, um dem Rotenburger Angriff Paroli zu bieten. Die Hausherren konnten das bis zur Pause erarbeitete Polster auch nach dem Seitenwechsel halten. Dittrich (7), Braun (6), Kapitz (5), Okrusch (2), Flamme, Hampe, Mestrovic und Troßbach waren beim Verlierer erfolgreich. (FZ vom 27.02.2000)

 
SG Petersberg II – FT Fulda II 25:16 (7:7)  

Die Turnerschaft konnte dank der Treffer von Scholz (6), Hampl (4), O. Brähler (2), F. Brähler, Engebrecht, Hahner und Traut die ertse Häfte offen gestallten und führte die Partie ständig an. Zu Beginn des zweiten Spielabschnittes gelang es Petersberg sich schnell gegen dezimierte FTler auf 14:10 abzusetzten und bracht diesen Vorsprung über die Zeit. Bellinger, Funk, Herrlich (je 5), Medler (4), Schäfer (3), Bock, Schwab sorgten für einen letztendlich ungefährdeten Sieg. (FZ vom 27.02.2000)

 

Seit 25 Jahren im Tor   Volker Wingenfeld strebt mit FT Fulda Meisterschaft und Aufstieg an

Die Ziele hat er klar gesteckt – für sich und seine Mannschaft: „Wir wollen Meister werden und danach in der neuen Landesliga im Mittelfeld mithalten können“, meint Volker Wingenfeld, Torwart vom Tabellenführer des Handball-Bezirksligisten Fuldaer Turnerschaft.
Ziel Nummer eins, die Meisterschaft, haben die Fuldaer bei zwei Punkten Vorsprung auf Verfolger SG Petersberg bereits fest im Visier. Im direkten Duell gegen die SGP in einem echten Endspiel am vorletzten Spieltag soll der Titel dann schließlich perfekt gemacht werden, so Wingenfelds Wunsch.
Die Landesliga ist Zukunftsmusik, wobei sicher der Bezirk Kassel den Ton angeben wird. Einer der Wenigen bei FT Fulda, der bereits höherklassige Erfahrung gesammelt hat, ist der inzwischen 34-jährige Keeper. Im Trikot von Borussia Fulda (1987) sowie Hessen Hersfeld (1997) schaffte „Winges“, so der Spitzname Wingenfelds, jeweils den Aufstieg in die Oberliga-Nord. Auch für die SG Dipperz hütete er 1992/93 unter seinem jetzigen Coach Jürgen Kemmerzell den Kasten gegen die Konkurrenz aus Kassel und Gießen.
Ein sportliches Highlight für Volker Wingenfeld war vor allem die Zeit in Hersfeld. Er setzte sich gegen sehr gute Konkurrenz durch und spielte in einer starken mit bundesligaerfahrenen Akteuren besetzten Mannschaft, die sich auf Anhieb in der höheren Klasse etablierte.
Nach zwei erfolgreichen Jahren bei den Hessen kehrte der Ur-Fuldaer zurück in die zumindest optisch in neuem Glanz strahlende Gellingshalle. Hier hechtete er bereits mit neun Jahren bei Borussia Fulda unter Trainer „Vati“ Löffler erstmals den Bällen hinterher. Die Nummer eins steht schon seit dem ersten Spiel auf seinem Rücken: „Als kein Torwart da war, wurde ich hineingestellt und hielt alles, naja fast alles“, meint der Keeper ein wenig spitzbübisch.
Heute steht der Vater von zwei Söhnen, René (sechs Jahre) und Timo (eineinhalb), mit FT ganz oben in der Tabelle. Ein Platz unter den ersten vier war von Anfang an geplant –  dass es aber so souverän läuft und nur zwei Auswärtsniederlagen in Petersberg und Alsfeld kassiert werden mussten, überrascht selbst Optimist Wingenfeld. Garant neben einer starken Defensivleistung ist vor allem die Fuldaer Heimstärke, die es schon seitrund zwei Jahren keinem Gast mehr möglich machte, beide Punkte aus Fulda zu entführen.
Nach dem Topspiel gegen Schlüchtern am letzten Wochenende (16:15 für FT) steht am heutigen Samstag die nächste Schlagerpartie an, wenn es zum Drittplazierten nach Rotenburg geht. Nach dem mühevollen 19:18-Erfolg im Hinspiel steht den Akteuren von Coach Jürgen Kemmerzell sicherlich erneut ein schwerer Gang bevor. FT’s Nummer eins jedenfalls freut sich auf das Spiel in Rotenburg, wenn er auf drei Hersfelder Ex-Kollegen trifft (Mäusgeier, Jahnecke, sowie Spielertrainer Schuhmann) und Ihnen die Bälle „wegfischen“ kann.
Im 25. Torwart-Jahr wäre der Meistertitel für den bei der EDAG angestellten Diplom-Ingenieur ein tolles Jubiläum. Wie viele Handball-Jahre dann noch dazukommen, bleibt sein Geheimnis. Denn „Winges“ will erst aufhören, „wenn sich der Gegner freut, dass er im Tor steht!“. (FZ vom 25.02.2000)

 
      Harter Brocken für FT
Nach dem Happy-End für FT Fulda im Krimi gegen Schlüchtern hat der Tabellenführer der Handball-Bezirksliga eine weitere schwere Aufgabe zu bewältigen: Der Tabellendritte aus Rotenburg bittet die Turnerschaft zum direkten Aufeinandertreffen.
Gegen Schlüchtern verteidigte Spitzenreiter FT Fulda seine Führungsposition in der Handball-Bezirksliga noch knapp, nun wartet mit der TG Rotenburg der nächste harte Brocken auf die Turnerschaft. Trainer Jürgen Kemmerzell war mit der Leistung seiner Mannschaft im Schlüchtern-Spiel besonders im Angriff unzufrieden, „zu pomadig“ waren die Fuldaer Offensivaktionen. Da man in Rotenburg auf eine kompakte Abwehr trifft, muss man an diesem Problem arbeiten, um auch beim Tabellendritten die Halle als Sieger verlassen zu können. (FZ vom 24.02.2000)
 
FT Fulda – SG Schlüchtern 16:15 (8:7) Abwehr als Punktegarant
Im Spitzenspiel der Handball-Bezirksliga behielt FT Fulda knapp mit 16:15 (8:7) die Oberhand gegen die SG Schlüchtern. Während die Gastgeber damit ihre Tabellenführung festigten, gerät bei der SGS langsam der wichtige vierte Platz in Gefahr.
In einer von Kampf und starken Abwehrreihen dominierten Partie hatten die Fuldaer die Chance, die Begegnung frühzeitig zu entscheiden. Doch weder eine 8:4-Führung vor der Pause noch ein 13:9- (38.) bzw. 15:12-Vorsprung (53.) verlieh den Hausherren Sicherheit. Die Schlüchterner kamen immer wieder heran und hatten in den Schlussminuten sogar die Möglichkeit zum Punktgewinn. Nach dem 15:16-Anschluss der SGS trotz Unterzahl (57.) konnten die Fuldaer den Ball nicht lange in ihren Reihen halten. Die Gäste hatten noch zwei Angriffe, von denen der erste durch die Referees etwas unglücklich während eines erfolgreichen Torwurfes durch Zeitspiel beendet wurde; der letzte Wurf von Jan Lauer verfehlte schließlich das Ziel.
Beide Teams konnten mit einer starken Abwehr die gegnerischen Schützen, vor allem Fuldas Kapitz sowie Schlüchterns Schmidt in Schach halten und Fehler beim Gegner provozieren. So unterliefen den Mannen von Trainer Jürgen Kemmerzell mehrere technische Fehler, die die Gäste konsequent mit Tempogegenstößen bestraften, während die SGS konzept- und drucklos agierte, so dass einige Versuche mit Zeitspiel beendet wurden und es gar nicht erst zum Torabschluss kam.
Kein durchdachter Spielaufbau, wenig Ideen und alles viel zu langsam, von Spitzenspiel konnte keine Rede sein. So war Fuldas Coach mit der Offensivleistung seines Teams „völlig unzufrieden“. „Wir wollten viel schneller spielen, konnten aber nicht genügend Druck aufbauen, einige Spieler waren zu nervös“, so Kemmerzell.
Richtig hoch kochten die Emotionen von Spielern und Publikum erst ab der 50. Minute, als eine sehr harte Attacke von FT's Jörn Hampe gegen den hochsteigenden Schlüchterner Angreifer Matthias Kellermann von den Unparteiischen nicht geahndet wurde. Kellermann konnte schließlich nicht mehr eingesetzt werden; Hampe entging sicherlich nur knapp seiner dritten Zeitstrafe.
FT Fulda: Wingenfeld, Krause; Okrusch (3), Dittrich (2/2), Kuhnke, Syla, Kapitz (2), Hampe (1), Braun (5), Burmann (1), Mestrovic, Flamme (2).
SG Schlüchtern: Popa, Gyóugyósi; Ohrmann (1), Grimm (1), Lauer (5/2), Scholz, Ullrich (1), Kraft (1), Kellermann, Schmidt (5), Müller (1).
Schiedsrichter: Schulz / Schneider (Heringen / Ausbach).
Beste Spieler: Braun, Okrusch, Wingenfeld – Schmidt, Popa. (FZ vom 20.02.2000)
 
Widdershausen/Heringen – FT Fulda 18:25 (6:16) Spitzenduo im Gleichschritt

FT Fulda und Petersberg bleiben in der Handball-Bezirksliga weiterhin das Maß aller Dinge. FT gewann in Widdershausen/Heringen souverän mit 25:18.
Die Turnerschaft warf sich einen 5:1-Vorsprung heraus und baute diesen bis zur Pause auf zehn Treffer Differenz aus. Im zweiten Spielabschnitt schaltete man einen Gang zurück und beherrschte den Gegner nach Belieben. Okrusch (6), Kapitz (5), Flamme (4), Burmann (3), Braun, Dittrich, Hampe (je 2) und Syla waren die Torschützen beim ungefährdeten Auswärtserfolg. (FZ vom 06.02.2000)

 
Schlitz – FT Fulda II 28:14 (9:7)  

Die ersatzgeschwächte Turnerschaft konnte im ersten Spielabschnitt gut mithalten. In der zweiten Hälfte zog Schlitz auf 19:11 davon und brach so den Siegeswillen der Gäste, die sich in der Folgezeit, trotz der Tore von Hahner (4), Troßbach (3), Engebrecht, Flinner, Hampl (je 2) und Brähler, in ihr Schicksal fügten. Bei den Gastgebern trafen Braun (6), Hilpert (4), U. Auer, Wagner, Weber (je 3), T. Auer, Karnoll, Langstein, Manss (je 2) und Jennert. (FZ vom 06.02.2000)

 

Katastrophe noch abgewendet   Konstituierender Bezirkshandballtag war peinliche Angelegenheit

Dass der Zeitpunkt für den konstituierenden Bezirkshandballtag in die Fastnachtszeit fällt, kann kein Zufall sein. Denn was sich am Freitagabend in der Gaststätte „Zum Adler“ vor den Augen des hessischen Handball-Verbandspräsidenten Wolfgang Faß abspielte, ähnelte mitunter eher einem Kappenabend als eine Sportverbandsveranstaltung. Nach der nervenaufreibenden Sitzung war das Ergebnis noch eingermaßen positiv, konnten doch bis auf die Schlüsselfunktion Bezirksspielwart und den wichtigen Posten des Finanzwartes alle zu wählenden Funktionen besetzt werden.
Danach sah es am Anfag des dreistündigen Handballtages nämlich nicht aus. Für Aufregung sorgte der kurzfristige Rückzug des Kreisvorsitzenden Georg Faubel (Alsfeld), der als sicherer Kandidat für den Posten des Bezirksvorsitzenden galt, sich jedoch am Mittwoch aus „persönlichen Gründen“ dafür entschied, für kein Amt zur Verfügung zu stehen. Dies erfuhren die meisten der 35 Vereinsdelegierten oder Kreis- und Bezirksspielausschussmitglieder erst am Freitagmorgen aus der Presse.
Erlösung um 20.26 Uhr
Eine Katastrophe schien sich anzubahnen, als „Moderator“ Wolfgang Faß (Heusenstamm) zum ersten Wahlpunkt kam, dem des Bezirksvorsitzenden. Georg Faubel, der aus beruflichen Gründen erst mit halbstündiger Verspätung eintraf – erst dann begann die Sitzung –, bestätigte: „Aus persönlichen Gründen stehe ich für kein Amt zur Verfügung.“ Als dann Peter Trambacz, seit 1997 kommissarischer Bezirksvorsitzender, betonte, er habe im Vorfeld erklärt, keine Kandidatur anzunehmen, und es müssten einmal jüngere Leute ran, sprach Faß nur von einer „schwierigen Situation“. Heinz Kreile (Steinau) zerstreute die Zweifel von Trambacz und sagte, für den Übergang vom jetzigen Bezirk zum Bezirk III sei ein alter Hase wie er der richtige Mann, der wisse, wie die Wege gehen. Um 20.26 Uhr sagte dann Trambacz die erlösenden Worte: „Ja, ich stelle mich zur Verfügung.“ Faß sprach von keiner leichten Aufgabe, da der Bezirk zahlenmäßig nicht so groß sei.
Zwei Posten vakant
Wie schwer es war, am Freitag den neuen Bezirksspielausschuss, der ab 1. Juli in Amt und Würden sein wird, zu komplettieren, zeigte sich dann. Für den Spielwart und Finanzwart fand sich kein Interessent, und die Vereinsvertreter einigten sich darauf, dass der Bezirksspielausschuss noch Kandidaten kommissarisch ernennen kann, die dann vom HHV bestätigt werden. Ein Debakel wendete Axel Sondermann (Eichenzell) kurzfristig ab, indem er die Notwendigkeit sah, den Job des Jugendwartes übergangsweise zu machen, „obwohl ich im Vorfeld gesagt habe, dass ich nicht wieder zur Verfügung stehe.“ Jedoch behält er sich vor, einen Nachfolger zu finden und einzuarbeiten. Als Horst Schäfer (Maar) Abstand davon nahm, für den Rechtswart zu kandidieren, fragte sich die Versammlung: „Wer kandidiert überhaupt noch?“ Dies waren lediglich Schiedsrichterwart Alfred Mann (Hainzell) und Mädelwartin Martina Axt (FT Fulda).
Pause genutzt
Die von Martin Abel (Hünfelder SV) geforderte Unterbrechung, um Gespräche zu führen, fruchtete. Statt nun stellvertretender Vorsitzender des Bezirkssportgerichts zu werden, dafür hatte sich Abel im Vorfeld entscheiden, übernimmt er nun den Rechtswart, Eva Mann (Hainzell) ist Pressewartin und Bernhard Theuer (Grebenhain) Jungenwart. Beliebt schien hingegen der Posten des Bezirksvertreters im Arbeitskreis Ehrungen des Verbandes zu sein, denn sowohl Franz-Karl Heil (Flieden) als auch Klaus-Dieter Albert (SG Petersberg) zeigten Interesse. So trat Heil als Wahlausschussmitglied zurück (Voraussetzung für eine Kandidatur) und setzte sich in geheimer Abstimmung mit 81:46 durch.
(FZ vom 06.02.2000)

 

TV Flieden – FT Fulda 14:15 (5:9) FT erobert Königreich

In der Handball-Bezirksliga Fulda der Männer hat FT Fulda in einer Abwehrschlacht das „Königreich“ erobert. Im Derby mussten sich die Gastgeber aus Flieden der Turnerschaft mit 14:15 (5:9) nach dramatischen Schlussminuten geschlagen geben.
„Wir haben unsere beste Saisonleistung gezeigt und hätten durchaus einen Punkt verdient gehabt“, resümiert Heinz Marburger, Trainer der Fliedener mit einem lachenden und einem weineneden Auge. Hatte man doch den Tabellenführer aus Fulda an den Rand einer Niederlage bringen können, doch fehlte am Ende die Routine, um die Partie für sich zu entscheiden.
Vor 250 Zuschauern begannen beide Mannschaften sehr nervös, was einige technische Fehler mit sich brachte. Nach einer Auszeit der Hausherren wachte FT auf und zog von 2:2 auf 5:2 davon. Diesen Vorsorung bauten die Gäste durch einen Treffer von Daniel Flamme mit der Pausensirene auf 9:5 aus.
Flieden erspielte sich über die Außenpositionen immer wieder Möglichkeiten, vermochte es aber oftmals nicht, den glänzend aufgelegten Volker Wingenfeld im Gehäuse der Turnerschaft zu überwinden.
Im zweiten Spielabschnitt bot sich das gleiche Bild. Flieden erspielte sich Chancen und nutzte sie nicht konequent, so dass FT Fulda auf 13:7 davon zog.
„Ich hatte meine Mannschaft vor der Heimstärke des TVF gewarnt, da sie in der Vergangenheit schon öfters auch große Rückstände aufgeholt hatten“, so Jürgen Kemmerzell, Trainer der Turnerschaft.
Ein unerklärlicher Bruch im Spiel der Gäste führte dazu, dass den Hausherren, geführt von Daniel Achim, der allein drei seine sechs Treffer in dieser Phase des Spiels erzielte, ihren Rückstand auf 12:13 (51.) verkürzen konnten. Ab diesem Zeitpunkt stand die Fliedener Kreisporthalle Kopf. Angepeitscht von den Fans, entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. Beim Stande von 14:13 für Fulda, vergaben die Gäste zwei hundertprozentige Torgelegenhheiten, ehe Jörn Hampe mit seinem einzigen Treffer des Abends den Sieg der Gäste perfekt machte.
TV Flieden: Kullmann, Poch; Müller, Wolf (1), Achim (6/2), Best (2), Hack, Engelhardt (2), Bach (1), Gärtner, Bagus (1/1), Schöppner (1).
FT Fulda: Wingenfeld, Krause; Okrusch (1), Hampe (1), Flamme (2), Kapitz (5/1), Syla, Kuhnke, Braun (2), Burmann, Troßbach, Dittrich (4/4).
Schiedsrichter: Kranz/Schneiders (Eitra/Oberhaun).
Zuschauer: 250
Beste Spieler: Kullmann, Poch – Wingenfeld. (FZ vom 23.01.2000)

 
Wassi Baran sagt leise goodbye     Stelldichein der Altstars beim Abschiedsspiel in Fulda

„Time to say goodbye“ hieß es am Samstag um 19.24 Uhr für Wassily Baran. Nach 55:04 Minuten wurde das Handball-Abschiedsspiel für den 100-fachen russischen Nationalspieler, dessen letzte Station FT Fulda war, unterbrochen. Sichtlich gerührt – auch die Augen schwitzten – nahm der 2,05 Meter große Recke die Standing Ovations der 380 Zuschauer in der Fuldaer Gellingshalle entgegen und ließ sich von seinen ehemaligen Nationalmannschaftskameraden auf die Bank tragen.
Mit dem Abschiedsspiel erfüllte sich für Wassily Baran, der mit ZSKA Moskau sechsmal russischer Meister wurde, ein großer Traum. „Noch einmal mit meinen früheren Kollegen zusammenzuspielen, das habe ich mir immer gewünscht“, war der 45-Jährige auch nach der Partie noch sehr ergriffen. Und seine ehemaligen Weggefährten, die in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, kamen zahlreich. So gaben sich Olympiasieger und Weltmeister ein Stelldichein, allen voran Alexander Anpilogov, der in 230 Länderspielen 900 Tore geworfen hat, als Georgiens bester Handballer des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet wurde und Vizepräsident des Handballverbandes von Georgien ist. Es liefen Größen wie Juri Chevtsov, Juri Kidajew, Igor Wassilijew und Valeri Gopine auf, die zwar mit ihren 40 bis 49 Jahren den Handballzenit bereits überschritten haben, doch erinnerten sie mit schönen Kombinationen oder satten Würfen sowie einer nicht verlorenen Spielübersicht an den Glanz früherer Tage.
Als ebenbürtiger Gegner des Dreamteams, in dessen Reihen auch Torwartlegende Uli Schaus eine Halbzeit den Kasten hütete – dann musste der Ex-Borusse eilends nach Gelnhausen, um beim Regionalligisten wieder als Notnagel zu fungieren – erwies sich die Bezirksligatruppe der Fuldaer Turnerschaft, mit der Wassily Baran vergeblich um den Aufstieg in die Oberliga gespielt hatte.
Zwar blieb Baran in seiner fünfjährigen Zeit mit FT Fulda der große sportliche Erfolg verwehrt, dafür ist er in puncto Popularität und Beliebtheit der Aufsteiger. Mit „Liebe auf den ersten Blick“ titulierte FT-Förderkreisvorsitzender Hermann-Josef Trabert die Verpflichtung seines Russen und bezeichnete ihn als „Sportler und Mensch, mit dem wir gut und treu zusammengearbeitet haben“. Als „größten Handballer von FT“ verabschiedete Abteilungsleiter Thomas Troßbach den 2,05 Meter-Mann, der im gesamten Bezirk große Sympathien genießt und als „Institution“ gilt.
Was aber zeichnet Wassily Baran so aus? Auf dem Feld waren es seine kurz angesetzten Würfe aus dem Rückraum, Nervenstärke bei Siebenmetern, mannschaftsdienliches Anspiel und Fairness. „Ich habe selten einen so loyalen Sportler gesehen“, ist auch Ex-Trainer Peter Hampl voll des Lobes, was für die Professionalität des Russen spricht. Und menschlich ist Wassi einfach ein guter Kumpel, zuverlässig und immer freundlich.
Seine Turnschuhe sind zwar noch neu, die Knie dafür alt. 27 Jahre Handball haben ihren Tribut gefordert: „Vier Operationen habe ich bereits hinter mir, aber es muss noch etwas gemacht werden.“ Dem Handball wird Wassily Baran, der weiterhin in Fulda lebt und in Gersfeld arbeitet, als Zuschauer treu bleiben. Ambitionen auf ein Traineramt hat der 45-Jährige aber nicht: „Ich habe schon zu viele Nerven verloren.“ Die neu erworbene Freizeit wird er nun mit seiner Frau Marina und seinem sechsjährigen Sohn Alexej verbringen. Und ganz als Profi blickt er nur nach vorne, nicht zurück. Ein bisschen Wehmut war beim Abschied jedoch dabei: „Handball war mein Beruf. Warum trotzdem weinen?“, zuckte er mit den Schultern und ging. (FZ vom 09.01.2000)


Bereiteten Wassily Baran (der hier von FT-Abteilungsleiter Thomas Troßbach offiziell in den Ruhestand befördert wird) einen schönen Abschied vom Handballsport: In seiner letzten Partie spielte Wassi noch einmal mit einigen seiner früheren russischen Nationalmannschaftskameraden und anderen Weggefährten gegen FT Fulda, der letzten Station in seiner 27-jährigen Karriere.

 

      FT Fulda bietet Dreamteam durchaus Paroli

„Es gibt noch viel Arbeit“, lautete das Fazit von Trainer Jürgen Kemmerzell nach dem Abschiedsspiel für Wassily Baran. Dabei konnte Handball-Bezirksligist FT Fulda am Samstag beim 30:31 (14:15) gegen ein Dreamteam, bestehend aus überwiegend russischen Altstars, gut mithalten.
In der Partie, die vom freundschaftlichen Charakter geprägt war, sah es anfangs nach einer klaren Angelegenheit für das Dreamteam aus. Wassily Baran, auf den das Spiel zugeschnitten war, eröffnete den Torreigen und nach sechs Minuten stand es auch dank eines gut aufgelegten Torwarts Uli Schaus schnell 5:1. Dann verlor FT den Respekt, und der überragende Rückraumakteur Kapitz war nicht mehr zu bremsen (5:5, 12.). In dieser Phase bracht FT-Torhüter Wingenfeld den Linksaußen Gopine mit starken Paraden schier zur Verzweiflung, hielt einen Siebenmeter von Baran, und wiederum Kapitz gelang die erstmalige Führung (6:6, 13.). Von da an lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, wobei die russischen Recken mit einem Altersdurchschnitt von circa 45 Jahren einen Gang zurückschalten mussten, und die Partie natürlich ohne Blessuren überstehen wollten. Doch gelangen den früheren Nationalspielern durchaus sehenswerte Kombinationen und Kapriolen, die an den Glanz alter Tage erinnerten.
FT Fulda: Wingenfeld, Krause; Okrusch, Dittrich (2/1), Syla (6/2), Kapitz (7), Burmann (1), Braun (3), Mestrovic (2), Flamme (8), Hampe (1), Kuhnke.
Dreamteam: Schaus (Gelnhausen), Zentgraf (FT); Rybakow (Bonsweiher 4), Kidajew (Freiberg 4), Wassilijew (Groß-Gerau), Gopine (Kronau Bad Schönberg 7/1), Anpilogov (Wuppertal 2), Chevtsov (Lemgo 3), Heerd (Petersberg 4), Baran (5/1), Trabert (FT 2).
Schiedsrichter: Funk/Weil (Petersberg/Hünfeld).
Zuschauer: 380.
Beste Spieler: Kapitz, Flamme, Syla – Gopine, Heerd, Baran. (FZ vom 09.01.2000)

 

Leckerbissen nicht nur für Handballfans   Welthandballer nimmt Abschied

Wenn am Samstagabend um 18 Uhr in der Fuldaer Gellings-Halle der Anpfiff ertönt, haben die letzten aktiven Handballminuten im Leben von Wassily Baran begonnen. In seiner Abschiedsbegegnung trifft der Sportler aus Russland mit seinem aus alten Weggefährten bestehenden „Dream-Team“ auf die erste Mannschaft von FT Fulda.
„Wassi“, wie er liebevoll von seinen Kameraden genannt wird, blickt auf ein ereignisreiches Handballerleben zurück. Nach vielen aktiven Handballjahren bei diversen russischen Topvereinen und 100 Spielen für Russland kam Baran nach Niedervellmar in die Regionalliga. Nach dem Wechsel 1994/95 zu FT Fulda spielte Baran mehrere Jahre in der ersten Mannschaft um den Aufstieg in die Oberliga. In der letzten Spielzeit ließ er, bedingt durch gesundheitliche Probleme, es etwas ruhiger angehen. Trotzdem führte Wassily Baran das zweite Team der Turnerschaft zum Aufstieg in die zweite Bezirksliga.
Am morgigen Samstag werden in der Gellingshalle einige der russischen Handballgrößen auflaufen, die zusammen mit Wassily Baran auch Welt- und Olympiasieger geworden sind und ebenfalls ihren Weg im internationalen Handball-Geschäft gemacht haben. Neben den aus der Handball-Bundesliga bekannten Iouri Chevtsov und Alexandr Rymanow stehen Persönlichkeiten wie Alexander Anpilogov (Vizepräsident des georgischen Handballverbandes) oder Sergej Rybakow (ehemals Borussia Fulda) sowie Altbekannte wie Ulrich Schaus (TV Gelnhausen) auf dem Spielbericht.
„Wir sind stolz darauf, dass wir und Wassi so viele alte Weggefährten für sein Abschiedsspiel gefunden haben. Ich hoffe auch, dass zahlreiche Zuschauer ihm die ’letzte Ehre’ erweisen werden“, meinte Hermann-Josef Trabert, Vorsitzender vom FT-Förderkreis. (FZ vom 06.01.2000)

 

Baran nimmt Abschied     Stelldichein der russischen Handballstars in Fulda

Am kommenden Samstag findet in der Gellingshalle Fulda das Abschiedsspiel für Wassily Baran statt. Der 100-fache Nationalspieler wird mit diesem Spiel endgültig seine Handballschuhe an den Nagel hängen.
Baran hat zu seinem Abschied einige alte Weggefährten eingeladen. Sie werden in seinem „Dream-Team“ auflaufen, das gegen die Vertretung von FT Fulda antritt – ein Leckerbissen nicht nur für Handballkenner. Baran, der nach etlichen Jahren bei russischen Topclubs nach Niedervellmar in die Regionalliga wechselte und dort für Furore sorgte, kam 1994/95 zum Bezirksligaaufsteiger FT Fulda. Dort verpasste er aber mehrmals mit der Turnerschaft die Qualifikation für die Oberliga. Zuletzt führte er mit seinen Treffern zusammen mit Thomas Okrusch die „Zweite“ der Turnerschaft in die Zweite Bezirksliga.
Auf dem Spielbericht des Abschiedsspiels werden Namen wie Iouri Chevtsov, Trainer des Bundesligisten TBV Lemgo, Weltmeister 1982, Olympiasieger 1988 und 220-facher UdSSR-Nationalspieler, sowie Alexander Anpliogov, 1976 und 1982 Weltmeister, stehen. Auch der frühere Spieler von Borussia Fulda, Sergej Rybakow, ist mit von der Partie.
„Ich hoffe, es wird ein würdiger Rahmen für das Abschiedsspiel von Wassily Baran. Und ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen. Denn Wassi ist ja kein Namenloser im regionalen Handballsport“, so Hermann-Josef Trabert, Vorsitzender des FT-Förderkreises.
Auch die „Torwart-Legende“ Ulrich Schaus vom TV Gelnhausen wird beim Abschiedsspiel teilnehmen und das Tor des „Dream-Teams“ hüten. (FZ vom 02.01.2000)